Social Media Star Tahsim Durgun zu Besuch an der IGS Flötenteich
06.03.2026
Kategorie: Deutsch MuKuBi
Gallery image Gallery image Gallery image Gallery image Gallery image Gallery image Gallery image Gallery image Gallery image Gallery image Gallery image Gallery image Gallery image Gallery image
chevron_left
chevron_right

Jeder Sitzplatz im Forum der IGS Flötenteich ist an diesem Vormittag belegt und über 400 Schüler*innen sind sehr gespannt auf die Lesung mit Tahsim Durgun, von dem alle wissen, dass er ein ehemaliger Schüler der IGS Flötenteich ist. Viele haben Tahsims Buch „Mama, bitte lern Deutsch“ bereits gelesen bzw. haben sein Hörbuch gehört, andere sind spontan hier, kennen nur die vielen TikTok- und Instagram-Videos.
Eröffnet wird die Lesung von den drei Schüler*innen, Sinan (Jg.12), Aurelie und Rodi (Jg. 10). Bevor Tahsim aus seinem Buch zu lesen beginnt, möchten die drei Moderator*innen wissen, wie es sich anfühlt, nach über 10 Jahren – nach seinem Abitur 2015 – wieder in der IGS zu sein und heute wieder in einer ganz anderen Rolle auf der Bühne im Forum zu stehen. Zunächst gesteht  Tahsim, dass er doch recht nervös ist aber sich riesig auf das „Heimspiel“ freut. Er erzählt humorvoll und wertschätzend von vielen schönen Erinnerungen aus seiner IGS Schulzeit, von Theatererlebnissen und ersten Bühnenerfahrungen hier im Forum und bedankt sich bei seinen ehemaligen Klassenlehrkräften – Jule Sommersberg und Gunther Wieking, die ihn gesehen und stets ermutigt haben, sich zu entfalten. Über die Buchempfehlungen seiner Deutschlehrerin Frau Sommersberg entwickelt Tahsim eine Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben. Tahsims Leidenschaft für Sprache wird auch spürbar, wenn er mit großem Respekt hervorhebt, dass seine Mutter auf Kurdisch mit metaphorischer Sprache viele Situation und Gefühle sehr anschaulich und authentisch beschreibt und stets kurdisch sprechende Familien und Freunde aus der Nachbarschaft lautmalerisch mit in ihren Bann zieht. In diesen Kreisen erlebt er seine Mutter als ein wahres Sprachgenie. Da die Mutter aber wenig Deutsch spricht, bleibt ihr Sprachtalent außerhalb der Familie und außerhalb kurdischer Lebenszusammenhänge ungesehen. Tahsim erlebt
wie sie Alltagsrassismus aufgrund ihrer geringen Deutschkenntnisse ausgesetzt ist und wie diskriminierend sie und auch die Familie immer wieder behandelt werden. Als Kind hat sich
Tahsim oftmals für seine Mutter aufgrund ihrer geringen Deutschkenntnisse und für seine migrantische, familiäre Herkunft geschämt.
Tahsim schildert pointiert Erfahrungen von Abwertung, Ausgrenzung und Rassismus aufgrund seines Migrationshintergrundes. Er beschreibt seine Erfahrung aus der Grundschulzeit und sein großer Wunsch, dass sein kurdischer Freund und er ein Teil der Klassengemeinschaft , des „Wir“, werden und nicht als „die Anderen“ abgestempelt werden. Bei den grenzüberschreitenden und oftmals verletzenden Erlebnissen, die er als Kind erfahren hat, setzt er immer wieder an angemessenen Stellen auch seinen Witz ein ohne an Ernsthaftigkeit einzubüßen.
Mit ruhigen und eindringlichen Worten richtete sich Tahsim an alle im Publikum sitzenden migrantischen Schüler*innen und ermunterte sie, sich niemals für das Anderssein – für die
nicht „deutsche Herkunft“ – und für Sprachschwierigkeiten der Eltern zu schämen und stattdessen eigene familiäre, kulturelle Lebenserfahrungen und Potentiale zu sehen und wertzuschätzen.
Im Anschluss an die Lesung stellen die Schüler*innen noch viele Fragen und möchten mehr über Tahsim, über seine Kind- und Jugendzeit sowie über seinen beruflichen Werdegang als
Schriftsteller und Influencer erfahren.
Tahsim schließt seine einstündige Lesung mit den Worten an seine jungen Zuhörer*innen: „Es ist gut, so wie du bist. Glaub an dich“.
Nach dem langanhaltenden Applaus signierte Tashim noch Bücher, die er als Geschenk an Schüler*innen verteilt hatte. Dabei wurden viele Selfies gemacht. Auch der Wunsch eines Schülers, eine kurze Videobotschaft für die Mutter, erfüllte Tahsim mit Humor und einer liebenvollen Umarmung.