Die Wanderausstellung „Die Opfer des NSU“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Nicht mit uns!“
13.01.2023
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Die Veranstaltungsreihe „Nicht mit uns!“ von Jugendkulturarbeit e.V. wurde im November 2022 an der IGS Flötenteich und der Helene-Lange-Schule  durchgeführt. Gezeigt wurde die Wanderausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ von Birgit Mair. In diesem Zusammenhang haben sich insgesamt ca. 50 Schüler*innen der Helene-Lange-Schule und der IGS Flötenteich mit den Strukturen und dem Netzwerk des Nationalsozialistischen Untergrunds auseinandergesetzt, welcher in den Jahren 2000-2007 zehn Menschen aus rassistischen Motiven tötete und rechtsextremen Terror verübte, bei dem viele weitere schwer verletzt wurden.

Der Fokus der Ausstellung und der Peer Guide Ausbildung, an der diese Schüler*innen teilgenommen hatten, lag auf den Opfern des NSU und deren Angehörigen. Über viele Jahre wurden die Angehörigen der Opfer diskreditiert und den Opfern wurde Kriminalität zugeschrieben, weil rechtsextreme Täter*innen kategorisch von der Polizei ausgeschlossen wurden.

Erst nachdem sich der NSU mit einem Bekennervideo selbst enttarnte, war auch der Polizei klar, dass die Morde von Rechtsextremen verübt worden waren.

Es gab eine sehr große Nachfrage nach Führungen durch die Ausstellung und es wurden in den vier Wochen mehr als 600 Schüler*innen von den Peer Guides durch die Ausstellung geführt, deren Kapazitäten damit erschöpft waren. Viele Peer Guides hatten neben Unterricht und Klausuren als „Expert*innen“ durch die Ausstellung geführt  und darüber hinaus auch Diskussionen geleitet, um auf Fragen zum rechtem Terror, Vorurteilen, Vorverurteilung, Rassismus und Diskriminierung zu antworten. Das Feedback, das sie dafür von ihren Mitschüler*innen und Lehrkräften erhalten haben, war sehr positiv.

Der Bereich der politischen Bildung von Jugendkulturarbeit hatte darüber hinaus Workshops mit Klassen und Kursen durchgeführt, die sich eingehender und vertiefend mit der Thematik beschäftigten konnten. Außerdem wurde in einem Darstellenden Spiel Kurs Jg. 11 der IGS Flötenteich zu dem Thema szenisch gearbeitet und die Ergebnisse auch bei der Abschlussveranstaltung im Forum der IGS Flötenteich präsentiert.

 

Moderiert wurde die Abschlussveranstaltung von den Schüler*innen Maike Keestra und Fenja Knies.  Für die von Jugendkulturarbeit erarbeitete Lesung „Nicht mit uns!“ wurde im Vorfeld über drei Monate recherchiert und sich mit den NSU-Morden, neuen rechten Netzwerken und rassistischen Strukturen auseinandergesetzt. Die Lesung blickte kritisch auf Polizeiarbeit und weist auf mögliches rassistisches Gedankengut hin, das dafür gesorgt haben könnte, dass die Polizei vor dem Auffliegen des NSU konsequent in die falsche Richtung ermittelt hatte. Es wurde darauf eingegangen, ob sich Strukturen bei der Polizei verändert haben und Ermittlungsfehler innerhalb der Polizei kritisch aufgearbeitet wurden. Im Oktober dieses Jahres rügte der Europäische Gerichtshof Deutschland, weil es zu wenig gegen die rassistische Praxis des Racial Profilings unternehme. Allein im August 2022 starben vier Menschen durch die Polizei.

Dass ein Mensch durch die Polizei getötet wurde, ist nur der Extremfall einer Diskriminierungserfahrung.

Wenn wir über Rassismus im 21. Jahrhundert sprechen, müssen wir über strukturellen Rassismus sprechen, also über rassistische Strukturen, Entscheidungsabläufe und stereotype Zuweisungen.

Auch der rassistische Terror war nicht mit dem Auffliegen des NSU beendet, denn erst 2020 tötete ein rechtsextremer neun Menschen mit Migrationshintergrund in Hanau.

 

   Möglich gemacht wurde die Veranstaltungsreihe „Nicht mit uns!“ durch den Arbeitskreis politischer Bildung, Berlin, die Stiftung Niedersachsen, Hannover, die Regionale Stiftung der LzO Oldenburg, den Landesverband Theaterpädagogik Niedersachsen und das Kulturbüro der Stadt Oldenburg.

Veranstalter ist das Büro der politischen Bildung von Jugendkulturarbeit e.V .